CO2 Speicher Boden

CO2 Speicher Boden

CO2 Speicher Boden

Kann man im Boden viel CO2 speichern?

Die Oberböden Europas enthalten ca. 75 Mrd. Tonnen Kohlenstoff, was 275 Mrd. Tonnen CO2 weltweit entspricht. Im Vergleich dazu erscheint der jährliche CO2-Ausstoß Europas, der erheblich zum Klimawandel beiträgt mit 4 Mrd. t CO2 gering. Der Zahlenvergleich zeigt aber auch die Gefahren durch klimaschädliche Bodennutzung und die möglichen Chancen zum Klimaschutz. Würden nur 0.1 % Kohlenstoff jährlich zusätzlich aus den Böden freigesetzt, entspräche das der Emission von 100 Mio. PKW.

Bei den landwirtschaftlich genutzten Böden hat sich der Kohlenstoffgehalt seit Beginn der pflügenden Kultivierung oft um 40 % oder mehr reduziert. So haben stark degradierte Böden oft nur noch einen organischen Kohlenstoffgehalt von 1,5 %, während gut konservierte Böden 2,5 % und Wiesen sogar oft 3 % erreichen können. So gibt es Schätzungen, dass durch optimierte Kohlenstoffansammlung in Böden 90 – 120 Mio. t CO2 pro Jahr in Westeuropa zusätzlich im Boden gebunden werden könnten, wenn alle Potentiale ausgeschöpft werden. Dies entspräche etwa 3 % der gesamten CO2-Emissionen Europas. Zu diesem anspruchsvollen Ziel können vermehrt organische Düngung, Wiederaufforstung, Flächenstilllegung (z. B. für Schutzgebiete), klimaeffiziente Bioenergieproduktion, Biolandwirtshaft, Wiedervernässung von Moorflächen und konservierende Bodenbearbeitung beitragen.

Natürlich müssen auch andere schädliche Klimagase in der Gesamtbilanz berücksichtigt werden (als CO2-Äquivalent = CO2eq)), was aber nicht zu Widersprüchen führt. Bei sehr guter landwirtschaftlicher Praxis konnte z. B. das Forschungsinstitut FIBL zeigen, dass über eine mehrjährige Fruchtfolge hinweg, statt 4 t CO2eq pro Hektar und Jahr zu emittieren, Felder bei steigendem Ertrag in der Lage sind, 8 t CO2eq bei biologischer und reduzierter Bodenbearbeitung zusätzlich zu speichern.

CO2 lässt sich natürlich nur begrenzt im Boden anreichern, aber die verfügbaren Potentiale dazu können gerade in den nächsten, für das Klima kritischen Jahren erheblich zur Reduktion des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre beitragen. Jede Tonne zusätzlich im Boden gespeichertes CO2 verzögert die Ausschöpfung des noch vorhandenen Restbudgets an CO2-Emission bis zur 1,5 °C Klimaerwärmungsmarke (ca. 500 Mrd. t CO2 bei weltweit 40 Mrd. t jährlicher Emission). Ökologisch effiziente Bindung von Kohlenstoff auch im Boden (CO2 Ernte/Harvesting) ist ein entscheidender Baustein für das von Deutschland und der EU geplante Erreichen der Klimaneutralität der Wirtschaft bis zum Jahr 2050 oder wenn möglich schon früher.

Gleichzeitig hat die verstärkte CO2 Speicherung im Boden nur dann einen nachhaltigen Sinn, wenn damit der Klimaschutz über alle massiven Anstrengungen im industriell-technischen Sektor hinaus verbessert wird. Primäres Ziel von Landwirtschaft muss die Steigerung der langfristigen Fruchtbarkeit und Resilienz der Böden sein und dies es Ziel überschneidet sich idealerweise mit einer Wiederanreicherung von Kohlenstoff im Boden. Crop.zone wird wichtige Bausteine dazu bieten, damit Erträge mit immer weniger chemischen Rückständen gesichert und Böden und Biodiversität in der Landwirtschaft wieder verbessert werden können.

Die Crop.zone Technologie ermöglicht die Vermeidung von Bodenbewegung zur Unkrautkontrolle und die Ausweitung des Gründüngungsanbaus auch ohne den Einsatz von Glyphosat. Damit schafft Crop.zone eine entscheidende Voraussetzungen für gut ernährte Bodenlebewesen, eine stabile Bodenstruktur und die Bindung von klimarelevantem CO2 als Humus im Boden als Basis für eine nachhaltige und ertragsstarke Landwirtschaft.

  • Date 4. September 2020
  • Tags CO2, soil

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