Wegfall selektiver Herbizide

Wegfall selektiver Herbizide

Wegfall selektiver Herbizide

Wegfall selektiver Herbizide macht komplett Neuentwicklungen von Herbizidstrategien nötig

Die Zahl neu auf den Markt gebrachter Herbizide hat sich von fast 60 pro Jahrzehnt in den 1990er Jahren auf unter 10 in den 2010er Jahren verringert. Neue grundsätzliche Herbizidmechanismen (Mode of Action) wurden schon seit 30 Jahren nicht mehr gefunden. Gleichzeitig wurden durch die intensivere Risikobewertung der EU mit der Hauptphase bis zum Jahr 2009 eine große Zahl von Produkten von den Herstellern vom Markt genommen oder fielen bei der Weiterzulassung durch.

Als Konsequenz daraus, gibt es in vielen Fällen bei den weiter vorkommenden Zulassungsbeendungen (wegen Toxizität, Resistenzbildung, Rückstandsproblematik) sehr oft schon keine gleichwertigen chemischen Alternativen mehr. Dies ist besonders kritisch, wenn in einer Kultur Wirkstoffkombinationen eingesetzt werden, bei den schon eine wegfallende Substanz die Gesamtmischung sehr stark entwertet.

So wird z. B. der Wegfall des Vorauflaufherbizides Chloridazon (2020/2021) die Vorauflaufbehandlung bei Zuckerrüben stark erschweren, besonders da Reglone schon weggefallen ist und Glyphosat auch keine längerfristige Alternative darstellt.

Landwirtschaftliche Betriebe mit Schwerpunkt im Anbau von Kulturen wie die Kartoffel und die Zuckerrübe, sehen sich schon heute nicht in der Lage, zu den bisherigen Kosten zu produzieren. Kombiniert mit Einschränkungen bei Metamitron (z. B. Goltix, Wegfall wegen Resistenz) wird dann der weiße Gänsefuß in Rüben chemisch kaum noch bekämpfbar sein und die Handhacke stellt keine Alternative dar.

Aus diesem Grund werden zunehmend neue Kombinationsmethoden nötig, die z. B. auf flächigen Vorauflaufbehandlungen und späteren Reihenapplikationen nichtselektiver Unkrautkontrollmethoden beruhen werden. Das crop.zone-Verfahren mit minimierten Spannungen ist eine hervorragende Basis, um hier möglichst spät im Vorauflauf noch sicher behandeln zu können. Damit kann man auch nach Aufgang der Saat möglichst dicht seitlich oder höhenselektiv von oben auch noch an leicht verholzendes Unkraut wie weiße Melde und Gänsefuß heranzukommen und gleichzeitig die Kulturpflanzen schonen. Ob diese Applikationen zwischen den Reihen dann mit Sensortechnik und Robotik auch in die Reihen übertragen wird oder ob es Kombinationen mit chemischen Methoden oder Hackoptionen geben wird, werden dann die einzelnen Anwendungsfälle zeigen.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie auf den Wegfall selektiver Herbizide und Herbizidmischungen mit speziell zugeschnittenen innovativen Ersatzlösungen geantwortet werden muss. Hierbei ist auch zu beachten, dass viele chemische Herbizide nur gegen sehr kleine Unkräuter einsetzbar sind, ohne die Zuckerrüben zu schädigen, während alternativverfahren deutlich weniger präventiv auch bei größeren Unkräutern noch eingesetzt werden können. Wie groß „groß“ ist, wird sich bei der weiteren Entwicklung der crop.zone Technologie gerade bei verholzenden Unkräutern zeigen. Sicher ist jedoch schon jetzt, dass durch orts- und höhenselektive Anwendungen und geeignete elektrohybride Flüssigkeiten die Schwelle der bekämpfbaren Unkrautstadien deutlich nach oben geschoben werden kann.

Werden solche ökonomisch tragbaren Entwicklungen nicht rechtzeitig implementiert, können ganze Ackerbaukulturen mit allen Nachfolgewertschöpfungen regional ausfallen. Crop.zone wird sich auch intensiv für Einsatzoption in Bereichen einsetzen , in denen bisher selektive Herbizide eingesetzt wurden und Hacktechniken keine sinnvolle Alternative darstellen.

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  • Date 4. September 2020
  • Tags herbicides, home

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