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Damit Klima und Landwirtschaft wieder mehr zu Lachen haben

Russland, Dünger, Lachgas und die Zukunft des Green Deal

Lachgas oder Stickstoffdioxid ist nach CO2 und Methan das schädlichste Treibhausgas. Die Landwirtschaft ist die größte Quelle aus Düngemitteln und Tierhaltung.
Lachgas (Stickstoffdioxid) ist nach CO2 und Methan das schädlichste Treibhausgas, hauptsächlich verursacht durch Düngemittel und Tierhaltung in der Landwirtschaft.

Lachgas – gute Nachrichten für Europa, noch nicht für die Welt    

Lachgas oder Stickstoffdioxid ist nach CO2 und Methan das schädlichste Treibhausgas. Die Landwirtschaft ist die größte Quelle aus Düngemitteln und Tierhaltung. Die gute Nachricht für die Leistungen der hiesigen Landwirtschaft: Die Lachgas-Emissionen der Landwirtschaft stagnieren in Deutschland und Europa seit etwa 20 Jahren, weil die Düngeeffizienz zugenommen hat. Die schlechte Nachricht: Weltweit ist die Düngeeffizienz viel schlechter als in Europa und die Lachgasemission steigt weiter an. Aber auch in Deutschland und Europa kann die Stickstoffeffizienz noch deutlich weiter gesteigert werden, denn bisher kommen meist nur 50 – 60 % in der Pflanze wirklich an. (Zu viel Lachgas in der Atmosphäre)

Besseres Düngemanagement und auch Zusatzstoffe wie Nitrifikationshemmer können da noch viel weiterhelfen, damit der Dünger in der Pflanze ankommt und nicht von Bakterien vorher zu Lachgas umgebaut wird (Klimawandel – Wie groß ist der Einfluss der Landwirtschaft?) denn Dünger wegen der zweitweise hohen Preise einfach zu sparen, erhöht nicht die Effizienz und mindert den Ertrag.

Düngerpreise sinken wieder – eine gute Nachricht?

Dass die Preise für Kunstdünger wieder sinken und es keinen Mangel mehr gibt, hört sich zunächst gut an. Das beruht aber letztlich auf dem Dumpingimport von russischem Stickstoffdünger, der die Europäische Düngerproduktion immer stärker bedroht. (Düngemittelindustrie warnt vor Gefahr für europäische Lebensmittelversorgung)

Schließlich ist Stickstoffdünger nichts anderes als umgewandeltes Erdgas bzw. der Wasserstoff aus dem Erdgas. Das ist ein Problem, wenn wir uns damit von russischem Dünger statt russischem Erdgas wieder abhängig machen. Dieser importierte Dünger ist für das Klima deutlich schädlicher als der aktuell schon in Westeuropa produzierte Dünger, weil er einen viel größeren CO2- Fußabdruck hat (Düngemittelproduzenten vermissen Unterstützung für den Klimaschutz) Genau wie bei den Agrarprodukten selbst lassen sich hohe Umweltstandards und faire Produktionschancen nur durch eine sehr klare Importpolitik mit hohen Standards ohne Dumping erreichen.

Landwirtschaft und Klima brauchen effektive und gerechte Lösungen – wirkliche Innovation

Wasserstoff nicht aus Erdgas ist aber auch eine Chance, denn Wasserstoff lässt sich auch aus regenerativem Strom statt aus Erdgas herstellen – und auch als flüssiger Ammoniak oder fester Kunstdünger hervorragend speichern („Grüner“ Wasserstoff könnte Mineraldünger klimafreundlicher machen) An weiteren Optionen, wie man direkt aus Strom und Luftstickstoff Ammoniak und Stickstoffdünger herstellen kann, wird intensiv gearbeitet (So kann man Pflanzen mit elektrischem Strom düngen und DÜNGEN MIT WIND)

Wie immer sind technische Einzelmodule wichtig und nötig, müssen aber auch zu Ende gedacht werden. So wird mit grünem Wasserstoff oder Strom alleine weder in Europa noch weltweit die Düngerherausforderung lösen lassen (Nachhaltige Ernährungssicherung in Afrika: Düngemittelproduktion mit grünem Wasserstoff genügt nicht) Der Atmosphäre ist es letztlich egal, ob das Lachgas aus Erdgas oder mit grünen Strom produziert wurde. Auch hängen Düngeeffizienz und Bodengesundheit sehr stark von der Bewirtschaftungsweise und den lokal, regenerativ aus Sonnenlicht vollbiologisch erzeugbaren Düngemitteln zur Bodenverbesserung ab: Gründüngung.

Da wurde schon viel erreicht, aber viel zu oft sieht man immer noch offenen Boden in Zeiten mit Wärme und ausreichend Sonnenschein. Niemand würde einfach mal bei solchen Bedingungen monatelang die eigene Solaranlage abstellen. Felder haben da oft noch erhebliche Photosynthese-Potentiale, die durch Zwischensaaten, Untersaaten und andere innovative und präzise Anbaukonzepte genutzt werden können (Regenerative Landwirtschaft: Humusaufbau Zukunft Erde-Programm) Das wird immer ein Zusammenspiel aus Landtechnik, Pflanzen, optimierter Nährstoffversorgung und cleverer und präziser Feldbestellung sein (Yara: Wie Dünger den CO2-Fußabdruck der Zuckerrüben bei Nordzucker reduziert)

Das Einzige, was ganz sicher nicht in dieser klimagerechten Präzisionslandwirtschaft mit weniger Lachgas und mehr Düngereffizienz vorkommt, sind feste Kalenderdaten und undifferenzierbare großräumige Regeln, die in einfache Formulare gepresst werden können. Diversität braucht Flexibilität bei klaren Zielen und auch klarer und einfacher Messungen der Leistungen und Erfolge. Auch da wird noch viel  Innovation benötigt.

Wo kann crop.zone einen positiven Beitrag leisten Beitrag leisten?

Auch crop.zone setzt genauso wie die Landwirte auf die Übernahme von Verantwortung. Deshalb entwickelt crop.zone Verfahren, mit denen nichtselektive Herbizide z. B. bei der  Gründüngungskontrolle durch Strom ersetzt werden und keine Rückstände entstehen (Wirkt wie Chemie Nur ohne Chemie) Gründüngung kann einen wichtigen Beitrag zur zielgenauen regenerativen Düngung (Sonne und Luftstickstoff) leisten. Dabei hat crop.zone auch aktiv gezeigt, dass das Bodenleben durch die Stromanwendung nicht geschädigt wird.

Es muss (wie bei der chemischen Behandlung) auch kein Boden durch Pflügen oder Grubbern bewegt werden, sodass weder zusätzlich Wasser verdunstet, noch Humus mineralisiert oder das Bodenleben durcheinander gebracht wird. Auch für den Anbau von Leguminosen und wo nötig deren Sikkation arbeitet crop.zone an Systemlösungen. Damit unterstützen wir auch die regenerative Stickstoffbindung aus der Luft als Dünger.

Gemeinsam müssen wir Methoden entwickeln, um Wirtschaftlichkeit, Nahrungsmittelsicherheit, gerechten Zugang zu Böden, Klimaschutz  und Biodiversität unter einen Hut zu bekommen. Das ist nicht leicht, aber alternativlos. Was wir jetzt vertagen, wird später umso schwieriger oder die Entwicklungszeit wird zu kurz für immer dringender erforderliche Lösungen. Wir werden inhaltlich den Green Deal brauchen, egal wie das Konzept politisch heißt. Nur die effizient wirkende Ausgestaltung  können wir diskutieren und möglichst schnell in gute Konzepte umsetzen, die dann als Leitlinie für Politik und Gesellschaft dienen.

Electro weeding
crop.zone entwickelt ein Verfahren, mit denen nichtselektive Herbizide z. B. bei der Gründüngungskontrolle durch Strom ersetzt werden und keine Rückstände entstehen.